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Drei Gründe für die Verwendung von nachhaltigen Verpackungsmaterialien im Bereich der Zweitverpackung

Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen und ist eine globale Herausforderung, die von Herstellern und Lieferanten gemeinsam angegangen werden muss. Die grundsätzliche Definition von Nachhaltigkeit bezieht sich auf das Gleichgewicht zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird Nachhaltigkeit meistens mit Wirtschaftlichkeit aufgrund von Energieeinsparungen und Ressourceneffizienz sowie Abfallreduzierung in Verbindung gebracht. Allgemein gelten diese Aspekte auch für die Verpackungsbranche – insbesondere für Verpackungsmaterial. Papier und Pappe gelten als nachhaltiges Material, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden und somit leicht recyclebar sind. Es sollte jedoch nicht nur die Nachhaltigkeit des Materials selbst berücksichtigt werden. Die Verpackung dient dem Produktschutz, reduziert Abfall und schont somit Ressourcen.

Heute werden Umverpackungen in erster Linie als Verbrauchsartikel angesehen, die den Inhalt während des Transports schützen. In Anbetracht der wachsenden Anforderungen des E-Commerce-Marktes, der bis 2021 geschätzte 4,88 Billionen US-Dollar erreichen wird, müssen Lebensmittelhersteller dem Thema mehr Beachtung schenken. Nachhaltigkeit geht weit über Energiebedarf und Produktverschwendung hinaus [1]. So kann nachhaltiges Wirtschaften laut McKinsey bis zu 70 Prozent des Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Tilgung ausmachen [2].

Schauen Sie sich die folgenden drei zentralen Nachhaltigkeitsfaktoren für Zweitverpackungslösungen an, um Ihre Lebensmittelherstellung nachhaltiger machen.

1. Materialkosten

Die Umstellung auf nachhaltigere Verpackungslösungen hat nicht nur umweltbezogene Vorteile, sondern bezieht sich auch auf die finanzielle Nachhaltigkeit, d. h. Kosteneinsparungen und Ressourceneffizienz, in Bezug auf den Materialpreis. Generell sind umweltfreundliche Verpackungsmaterialien, wie Papier und Pappe, günstiger im Vergleich zu konventionellem Kunststoff – zum einen aufgrund der Rohstoffpreise, zum anderen aufgrund der Verarbeitung, Veredelung, Bedruckung und des Abfallmanagements. So kann beispielsweise die Verwendung von Papier dazu beitragen, gefährliche Abfall- und toxische Nebenprodukte zu verringern [3]. Darüber hinaus erheben die EU-Mitgliedsstaaten Entsorgungs- und Sicherheitsgebühren, die beim Umstieg auf nachhaltige Alternativen reduziert oder eingestellt werden. Verpackungen einfacher zu gestalten, kann langfristig zu Kosteneinsparungen führen, da sie einfacher zu produzieren sind.

2. Passgenaues Design

Ein weiteres Element sind die Transportkosten. Diese können bei der Verwendung von nachhaltigem Sekundärverpackungsmaterial reduziert werden, da die Packungsgröße verkleinert und so mehr Produkte versandt werden können. Um die Ladekapazität des Transports optimal zu nutzen, müssen Lebensmittelhersteller ihre Zweitverpackungen effizient gestalten und so mehr Kartons auf Paletten oder in Containern stapeln. Dies ist besonders wichtig für den Einsatz im E-Commerce. Mit intelligenten Lösungen kann der Einsatz von Wellpappe optimiert werden, indem für jede einzelne Lieferung, die richtige Kartongröße verwendet wird. Laut Olivier Cottard, Head of Industries Business Units bei DS Smith Packaging, wurden durch die Verkleinerung einer Standard-Zweitverpackung um 5 mm, in einem Jahr zwanzig LKW weniger für den Versand benötigt, die CO2-Emissionen um 100 Tonnen reduziert sowie enorme Kosteneinsparungen erzielt. Die Emissionsreduktionen entsprechen der Menge an Kohlenstoff, die von 2.500 Nadelbaumsetzlingen in 10 Jahren aufgenommen wird [4].

3. Kunden zum Lächeln bringen

Nicht zuletzt kann der Einsatz nachhaltiger Verpackungsmaterialien sowohl den Umsatz als auch die Kundenbindung erhöhen. Für moderne Konsumenten, vor allem den sogenannten „Millennials“ oder „Generation Y“, steht der Kauf von Bio-Produkten aus lokaler Produktion, verpackt in umweltfreundlichen Verpackungen, im Fokus. Sie legen großen Wert auf die Vermeidung von Materialabfällen und bevorzugen biologisch abbaubare oder recycelbare Verpackungsmaterialien. Laut einer von Nielsen durchgeführten weltweiten Einzelhandelstudie sind 55 % der Online-Konsumenten aus 60 Ländern bereit, mehr für Produkte zu zahlen, wenn sich die Unternehmen für positive soziale und ökologische Veränderungen einsetzen. Die Studie vergleicht die Verkaufszahlen von zwanzig Marken in neun Ländern und kam zu dem Ergebnis, dass Marken, die Nachhaltigkeitsansprüche an ihre Verpackung stellen, eine zwei- bis fünfprozentige Umsatzsteigerung verzeichnen konnten. „Mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) traf ihre Kaufentscheidungen aufgrund der Verpackung, d. h. sie prüften zuerst die Kennzeichnung, um sicherzustellen, dass sich die Marke für sozial verantwortliche Projekte einsetzt“, erläutert Amy Fenton, Global Leader of Public Development and Sustainability bei Nielsen [5].

Lösungen, die alle angehen

Unser Ziel ist es, mit unseren Maschinen zu einer nachhaltigeren Prozess- und Verpackungsindustrie beizutragen. Es geht nicht nur um das wann, sondern vielmehr darum, wie die Hersteller von Lebensmitteln und Verpackungen auf nachhaltige Verpackungsmaterialien und -prozesse umsteigen. Bosch strebt daher danach technische Antworten auf Umweltfragen zu liefern, um den oben erwähnten Ansprüchen gerecht zu werden. Daher optimieren wir unsere Zweitverpackungsmaschinen kontinuierlich, um unterschiedliche Kartons und Kartonzuschnitte, sowohl aus Roh- als auch Recyclingmaterial, zu verarbeiten. So verwenden beispielsweise immer mehr Hersteller von Fertiggerichten „Wrap-Around“-Kartonhüllen. Diese können unterschiedliche Formen haben sowie mit Sichtfenster versehen sein.

Dem Verbraucher wird auf diese Weise nicht nur der Blick auf das Produkt selbst ermöglicht, sondern es stellt auch ein wachsendes Engagement zur Reduzierung des Verpackungsmaterials dar, welches inzwischen als eine zentrale Anforderung von sowohl Supermärkten als auch bewussten Kunden angesehen wird. Mit dem richtigen Sekundärverpackungssystem können Hersteller die für Sie am besten geeignete Verpackungslösung, in Bezug auf Materialeinsatz, Verpackungsformat und -stil als auch Logistik, flexibel herstellen.

 

Mehr Informationen unter www.bosch-cartoning-casepacking.com oder kontaktieren Sie:

 

Kontakt

Frank Bühler
Produktmanager, Zweitverpackung
E-Mail: Frank.Buehler2@bosch.com
Tel: +41 58 674-8928

 


[1] Worldwide retail e-commerce sales 2014-2021, Statista, https://www.statista.com/statistics/379046/worldwide-retail-e-commerce-sales/
[2] Profits with purpose: How organizing for sustainability can benefit the bottom line. McKinsey 2014, https://www.mckinsey.com/business-functions/sustainability-and-resource-productivity/our-insights/profits-with-purpose-how-organizing-for-sustainability-can-benefit-the-bottom-line
[3] How Green Manufacturing Sustainability Reduces Costs. Improves Efficiencies, NJMEP 2016, https://www.njmep.org/blog/how-green-manufacturing-sustainability-reduces-costs-improves-efficiencies/
[4] The benefits of packaging in an increasingly waste-conscious world, DS Smith, https://www.dssmith.com/company/newsroom/2018/2/the-benefits-of-packaging-in-an-increasingly-waste-conscious-world
[5] Global consumers are willing to put their money where their heart is when it comes to goods and services from companies committed to social responsibility, Nielsen 2014, http://www.nielsen.com/content/corporate/us/en/press-room/2014/global-consumers-are-willing-to-put-their-money-where-their-heart-is.html

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